Der Müllcontainer-Krimi
oder die Befähigung der Verwaltung
Inwieweit ist dieser Teil der Verwaltung überhaupt in der Lage, ihren Pflichten nachzukommen? Fehlt hier nicht nur der Wille, sondern auch die nötige Befähigung? Diese Frage nach einer Befähigung stellt sich, wenn Teile der Verwaltung eines Anwesens, wie hier geschehen, den Mietern sechs Jahre lang einen nichtvorhandenen 1100-Liter-Restmüll-Container in Rechnung stellt (Schadenssumme über 18000 €) und im Anschluss an die Aufdeckung dieser Übervorteilung Vernebelungsversuche inszeniert.
Im Einzelnen: Im März 2000 kündigte der Sachbearbeiter im Wohnungsamt Herr Frank K für die seinerzeit 44 Wohneinheiten dieses Anwesens (Hirschanger 9 war noch bewohnt) die Anschaffung eines vierten 1100-Liter-Restmüll-Containers an. Diesem Vorhaben widersetzte sich Chowanetz, da ein zusätzlicher Container - trotz ausgiebiger Missachtung der gebotenen Mülltrennung - nicht benötigt wurde. Diese Einschätzung wurde im Laufe der folgenden Jahre bestätigt. Auf die Anschaffung eines vierten Restmüll-Containers wurde verzichtet und die Mieter kamen mit drei bzw. ohne zusätzlichen Container aus. Allerdings wurde den Bewohnern der Wohnanlage dieser im März 2000 angekündigte vierte Container noch für den Zeitraum vor der Ankündigung und dann nicht nur für das gesamte Jahr 2000 sondern dann Jahr für Jahr bis 2005 in Rechnung gestellt, ohne jemals real vorhanden gewesen zu sein!
Eine Kontrolle der Nebenkostenabrechnung der Stadt Starnberg für das Jahr 2005 brachte diese Ungeheuerlichkeit an den Tag. Erstmals seit seinem Einzug im Jahr 1995 bat Chowanetz um Einsicht in die Abrechnungsunterlagen, die ihm im Oktober 2006, nach mehreren vergeblichen telefonischen Bemühungen darum, gewährt wurde.
Nach sorgfältiger Durchsicht der Unterlagen und seiner Notizen schrieb Chowanetz am 30. Oktober 2006 an Herrn Frank K, dass die Abrechnung der Müllgebühren für ihn nicht nachvollziehbar sei. Die diesbezüglich vorgelegten Rechnungen bezogen sich auf vier Container mit jeweils 1100 Liter und der Gesamtsumme von 12009,60 €. Seines Wissens, so Chowanetz, seien aber seit jeher nur drei Container mit je 1100 Liter in diesem Anwesen vorhanden (9007,20 €) . Chowanetz wollte wissen, ob es noch andere Restmüllbehälter oder andere Umstände gäbe, die er nicht berücksichtigt hätte, oder ob die Abrechnung hier fehlerhaft sei?
Am 10. November 2006, also einige Tage nach seinem Schreiben, stand zu seiner Überraschung plötzlich ein nagelneuer 1100-Liter-Container im Hof. Chowanetz fotografierte diesen mit seiner aufgeklebten Identifizierungsplaketten. Der Container verschwand nach drei oder vier Tagen ungenutzt. Das Auftauchen und Verschwinden dieses Containers, zeitnah zu seiner Reklamation, beschäftigte Chowanetz und er konnte sich - bei aller gebotenen Zurückhaltung - des Verdachts nicht erwehren, dass dies mit seiner Entdeckung der über sechs Jahre fortgesetzten unberechtigten Abrechnung eines niemals vorhandenen Containers zu tun hatte.
Abb. 1: 10.11.2006
Der 1100-Liter-Container (Text oben)
Abb. 2:
Eine der beiden ID-Plaketten
Abb. 3:
Die andere ID-Plakette
Mit Schreiben vom 05. Januar 2007 bat Herr Frank K Chowanetz zu einem Gespräch in sein Büro. Bei dieser Unterredung (am 11. Januar 2007) bestätigte er den Verdacht, dass für die vorhandenen drei Container jahrelang vier abgerechnet wurden. Ein Container sei verschwunden. Er, K, habe Anzeige bei der Polizei erstattet. Er bat Chowanetz um Vertraulichkeit gegenüber den anderen Mietern, da sonst "sein Telefon nicht mehr still" bliebe! Selbstverständlich unterrichtete Chowanetz die anderen Mieter.
Am 19. Februar 2007 bat Chowanetz Herrn Frank K um das Aktenzeichen, unter der die Polizei seine Anzeige bearbeiten würde, damit er bei der Aufklärung dieser Angelegenheit behilflich sein könne. Das Aktenzeichen BY 1219-016363-06/9 erhielt er von Herrn Frank K am 21. Februar 2007 per E-Mail und sandte ein Schreiben mit oben geschilderten Inhalt und Fotos, die den kurz aufgetauchten und verschwundenen Müllcontainer vom 10. November 2007 mit seiner ID-Plakette zeigten, an die Staatsanwaltschaft unter dem von Herrn Frank K erhaltenem Aktenzeichen. Telefonisch kündigte er das in diesem Zusammenhang stehende Schreiben bei der zuständigen Staatsanwältin Namens Richter an. Bei dieser Gelegenheit erfuhr er, dass Herr Frank K keine Anzeige erstattet hatte, sondern Anzeigenerstatter die Firma Awista aus Starnberg gewesen sei.
Der Brief von Chowanetz an die Staatsanwaltschaft vom 5. März 2007 hatte zur Folge, wie ein Staatsanwalt Namens Hödl im Juni 2007 Chowanetz telefonisch mitteilte, dass das Ermittlungsverfahren wegen des "verschwundenen" Containers eingestellt wurde, da nach seinem Schreiben ja offensichtlich gar kein Täter zu finden sei (dabei konnte er sich ein Lachen nicht verkneifen). Ob hier ein Vergehen nach "§ 145d StGB Vortäuschung einer Straftat" geandet wurde, entzieht sich der Kenntnis von Chowanetz.
Chowanetz erhielt die ungerechtfertigt bezahlten Müllgebühren noch im März 2007 komplett für die Jahre 2000 bis einschließlich 2005 zurückgezahlt. Alle anderen Mieter erhielten seines Wissens nach nur für die Jahre 2002 bis 2005 die zu Unrecht bezahlten Müllgebühren zurück. Soweit zu diesem Krimi und der Befähigung der Verwaltung.